Geschichte und Aufgaben des Botanischen Gartens Hamburg
Ein grünes Juwel mit Geschichte – der Botanische Garten Hamburg
Über 200 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich der Botanische Garten der Universität Hamburg als eine der fünf größten Einrichtungen seiner Art in Deutschland.
Nach der in den 1970er Jahren erfolgten Verlagerung besteht der Garten heute aus zwei Liegenschaften, den etwa 3.000m² großen Schaugewächshäusern am Dammtor und dem etwa 24 Hektar großen Freigelände in Klein Flottbek. Neben dem öffentlichen Freigelände befindet sich in Klein Flottbek auch die Gartenverwaltung, der Betriebshof und ein etwa 10.000m² großer, nicht öffentlicher Komplex von Anzuchts-, Forschungs- und Sammlungsgewächshäusern.
Die umfangreichen Lebendsammlungen, deren Erhaltung, Pflege und gezielte Weiterentwicklung zugleich Kernkompetenz und Kernaufgabe des Botanischen Gartens sind, beherbergen etwa 18.000 Arten und 5.000 Kulturformen aus allen Verwandtschaftsbereichen der Samenpflanzen und von allen Kontinenten der Erde.
Forschung und Lehre – die DNA des Botanischen Gartens
Als universitäre Einrichtung hat der Botanische Garten traditionell zunächst umfangreiche Aufgaben in Forschung und Lehre zu erfüllen. Dazu unterhält er neben seiner großen Schausammlung auch eine Reihe von Spezialsammlungen, z.B. zu Familien wie den Ananasgewächsen (Bromelien), Aronstabgewächsen (Araceae) und Mittagsblumengewächsen (Aizoaceae), an denen z.T. seit Jahrzehnten in Hamburg geforscht wird. Die Sammlungen des Botanischen Gartens stehen aber auch der nationalen und internationalen Forschergemeinschaft offen. Die auf Anfrage ebenfalls mit Pflanzenmaterial versorgt wird. Auch für die universitäre Lehre stellt der Botanischer Garten jedes Jahr zahlreiche Pflanzen zur Verfügung, die im Rahmen von Vorlesungen, Kursen oder in botanischen Bestimmungsübungen Verwendung finden.
Das grüne Klassenzimmer – der Botanische Garten als außerschulischer Lernort
Daneben fungiert der Garten sowohl für Studierende der Universität als auch für Hamburger Schülerinnen und Schüler als wichtiger außerschulischer Lehr- und Lernort, der für Führungen, botanische Demonstrationen und Exkursionen genutzt wird. Für die Koordination der Schulpädagogischen Aktivitäten ist die „Grüne Schule“ zuständig, die von einem eigenen Gartenpädagogen betreut wird. Hier ist auch das sogenannte Pflanzenabholprogramm angesiedelt, das die Hamburger Schulen mit Pflanzenmaterial für ihren Unterricht beliefert.
Bewahren und Schützen – Erhaltungskulturen im Botanischen Garten
Eine weitere zentrale Aufgabe, mit der der Botanische Gärten weltweit konfrontiert sind, ist der Schutz und die Erhaltung bedrohter Pflanzenarten und Lebensräume. Die Aktivitäten, die in diesen Bereichen stattfinden, sind sehr vielfältig und reichen von der Unterhaltung sogenannter Schutzsammlungen und der Unterstützung von Wiederansiedelungsprojekte bin hin zu entsprechenden Informationskampagnen, die im Rahmen der Umweltbildung durchgeführt werden.
Auch der Botanische Garten Hamburg ist seit etwa 1980 in verschiedenen nationale und internationale Artenschutzprojekte integriert und unterhält mittlerweile eine ganze Reihe von sogenannten Schutz- und Erhaltungssammlungen.
Botanische Kompetenz für alle – der Botanische Garten als Ort der Wissenensvermittlung
Schließlich hat sich der Botanische Garten in den letzten Jahrzehnten auch mehr und mehr zu einem botanisch-gärtnerischen Kompetenzzentrum entwickelt. Mit einem großen Spektrum an öffentlichen Veranstaltungen, das von öffentlichen Führungen über Sonderrundgänge, Vorträge, Praxisseminare und Workshops bin hin zu Ausstellungen, Pflanzenbörsen und besonderen Aktionstagen und Events reicht, engagiert sich der Garten mit viel Leidenschaft in der populärwissenschaftlichen Umweltbildung und versucht so seinem Bildungsauftrag in die Gesellschaft hinein und einem immer größer werdenden Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit gerecht zu werden.
Damit ist der Botanische Garten ein grünes Schaufenster in die biologische Vielfalt und ein Ort der Bildung, Kultur und Entspannung.