Forschung verbindet: Der Botanische Garten Hamburg in Angola
4. November 2025

Foto: BGHamburg/Lautenschläger
Gemeinsam Wissen mehren, Biodiversität bewahren und internationale Brücken schlagen – der Botanische Garten Hamburg engagiert sich in Angola für die Erforschung und den Schutz wertvoller Pflanzenarten. Nun war erneut eine Delegation vor Ort, um ein Memorandum of Understanding zu unterzeichnen.
Im Oktober 2025 reisten die wissenschaftliche Leiterin Dr. Thea Lautenschläger und der technische Leiter Nils Kleissenberg nach Angola, um an einer mehrtägigen Konferenz in Luanda teilzunehmen, die selbst von der Vize-Präsidentin Angolas, Frau Esperança da Costa besucht wurde. Diese Tagung bildete den Abschluss des dreijährigen Forschungsprojekts SASSCAL II, das in Zusammenarbeit mit der Universität Kimpa Vita (Angola) und der südafrikanischen Partneruniversität Free State durchgeführt wurde. Ziel des Teilprojekts war die Untersuchung ausgewählter, medizinisch genutzter Pflanzenarten und ihrer besonderen Eigenschaften.
BGHamburg/Lautenschläger
Ein wichtiges Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist u.a. ein portugiesischsprachiges Buch, das einige Forschungsergebnisse rund um Nährwerte lokaler Obst- und Gemüsearten dokumentiert und zugleich der Bevölkerung vor Ort zugänglich macht – ein Beitrag, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu teilen und regionale Wissenssysteme zu stärken.
Foto: BGHamburg/Lautenschläger
Während des Aufenthalts an der Universität Kimpa Vita in der nördlichen Provinz Uíge unterzeichneten die Vertreterinnen und Vertreter beider Einrichtungen ein Memorandum of Understanding, das eine langfristige wissenschaftliche Kooperation begründet. In den kommenden Jahren soll diese Partnerschaft weiter ausgebaut werden. Ein neuer gemeinsamer Schwerpunkt liegt auf der Erfassung der Biodiversität in den stark bedrohten Regenwäldern rund fünf Grad südlich des Äquators. Dabei stehen zentrale Fragen im Fokus: Wie kann dieser einzigartige Lebensraum geschützt werden? Und wie nutzt die lokale Bevölkerung die Vielfalt der Pflanzenarten?
Foto: BGHamburg/Lautenschläger
Darüber hinaus bestehen Pläne für den gemeinsamen Aufbau eines botanischen Gartens an der Universität Kimpa Vita – als Ort der Forschung, Bildung und Begegnung.
„Was uns in Angola verbindet, ist die gemeinsame Verantwortung für die Pflanzenwelt. Wissenschaftliche Zusammenarbeit wird hier zu einem echten Dialog zwischen Kulturen und Lebensräumen.“
— Dr. Thea Lautenschläger, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens Hamburg