Ausbildung: T.A.G.- Exkursion - von St. Pauli bis Landwischtaftskammer
16. April 2026

Foto: BGHamburg
Im Zuge der T.A.G. (Top-Ausbildung-Gartenbau) treffen sich unsere Auszubildenen 1 bis 2x im Jahr zu Exkursionen, die der Verband organisiert. Der "TAG im Quadrat" hat uns dieses Jahr nach Hamburg in das Millerntorstadion, hoch auf den Grünen Bunker und in die Landwirtschaftskammer geführt.
Text: Annika Verhoeks
Gärtner beim Fußball? Meet the "Greenkeeper"
Angefangen haben wir mit dem Stadion. Dieses gehört dem Verein St. Pauli, einem Fußballverein der 1. Bundesliga. St. Pauli gilt als politisch links eingeordneter Verein, mit diversen Stadtteilprojekten, aber auch einem bewussteren Umweltverständnis. Als Bespiel ist die Entsiegelung einer Parkplatzfläche, da an einem anderen Ort neue Fußballflächen gebaut werden sollen.
Im Stadion selbst haben wir den Job vom „Greenkeeper“ kennengelernt. Kurz runtergebrochen versucht diese Person den Rasen bei Laune zu halten und so zu gestalten, dass der Fußball reibungslos gespielt werden kann. Gute Rasenpflege bedeutet in diesem Fall die Grundlage für ein gutes Fußballspiel. Deswegen wird der Rasen standartmäßig Vier bis Fünf Mal die Woche gemäht, niemand außer eingewiesenen Personen oder dem Greenkeeper selbst (Fußballspieler*innen miteingeschlossen) dürfen den Rasen betreten und um die Rutschgefahr zu minimieren wird der Rasen einmal im Jahr abgefräst. Der Rasen wird einmal die Woche abgelaufen um kranke Rasenstücke, raushängende Fasern o.Ä. zu entfernen. Es gibt sogenannte Turfbots die den Zustand des Rasens tracken und die Daten bereitstellen, mit denen die Pflege angepasst wird. Dazu zählen z.B. Feuchtigkeit und Dichte des Rasens. Ein Interessanter Beruf, der das Massenmedium Fußball in Deutschland bedient.
Ab auf den - grünen! - Bunker!
Danach gings für uns auf den Grünen Bunker. Hochgeführt wurden wir von einem Mitarbeiter der Baumschule „Lorenz von Ehren“, die die Pflanzen für die Begrünung herangezogen haben. Das sogenannte „Grüne Konzept“ des Bunkers zeichnet sich nicht nur durch die Umgestaltung der Innenräume, sondern auch durch die Bepflanzung der Fassade, die eine zukunftsorientierte Stadtbegrünung darstellen soll und dazu immergrün ist. Zukunftsorientiert heißt in diesem Fall, dass die Pflanzen einerseits auf die noch kommenden Extremwettervorkommnisse (Starkregen, Starkfrost, extreme Hitze, extreme Winde) eingestellt sind, andererseits das Umgebungsklima durch die Transpiration der Pflanzen verringert werden soll. Und die Pflanzen müssen eh schon die Resistenz für diesen Extremstandort (fast dauerhaft Sonne, direkter Wind) mitbringen.
Suppe zum Abschluss
Zum Schluss sind wir noch in die Landwirtschaftskammer Hamburg gefahren, um uns dort ein paar Beiträge zum T.A.G., unseren Rechten als Auszubildene und den Junggärtnern anzuhören und eine leckere Linsensuppe zu verputzen.
Alles in Allem war es ein aufschlussreicher Tag was Alternativen zum Gärtnerberuf anbelangt und Einblicke in die Planung von Flächen an Extrem-Standorten.