FÖJ: Seminarfahrt - Thema Landwirtschaft und Ernährung
24. Februar 2026

Foto: BGHamburg/Schäfer
Bei der 3. Seminarfahrt unserer FÖJlerinnen ging es diesmal in einem Selbstversorger-Seminar um das Thema Landwirtschaft und Ernährung. Eine Woche und viele vegetarische Rezepte später schrieben Sie uns diesen Bericht.
Text und Bilder: Darja Schäfer und Lea Baumann
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
mit diesem Bericht möchten wir euch einen Einblick in unser drittes Seminar im Haus Warwisch in Bergedorf geben. Dieses Mal stand alles unter dem Thema Landwirtschaft und Ernährung. Es war ein Selbsversorgungs-Seminar. Das bedeutete: selbst kochen, selbst putzen, selbst planen. Außerdem ernährten wir uns die ganze Woche über vegetarisch und probierten viele neue Gerichte und Konzepte aus.
Tag 1
Am Montag kamen wir um 10 Uhr im Haus Warwisch an. Nachdem wir die ganzen bestellten Zutaten für die Woche einsortiert hatten, starteten wir mit einem Willkommen¬seinstieg. Dabei wurde erklärt, was uns alles Spannendes in der Woche erwartet, und anschließend folgte die Zimmereinteilung.
Am Nachmittag begann um 15 Uhr unser erster DIY-Workshop zum Thema vegane Ernährung. Gemeinsam backten wir Kekse und stellten verschiedene vegane Aufstriche her. So konnten wir direkt praktisch ausprobieren, wie vielfältig pflanzliche Alternativen sein können.
Abends kochten wir uns gemeinsam Chili sin Carne. Danach ließen wir den Tag bei einem schönen Spieleabend ausklingen. Zusätzlich gab es die Möglichkeit im kreativen Skillsharing. Wer wollte, konnte eigene Fähigkeiten oder Wissen mit der Gruppe teilen. So konnte man zum Beispiel lernen zu häkeln.
Tag 2
Nach dem Frühstück starteten wir mit einem Workshop von Foodsharing Hamburg. Dabei erfuhren wir mehr über Lebensmittelverschwendung und wie überschüssige Lebensmittel gerettet und weiterverteilt werden können.
Am Nachmittag ging es weiter mit einem Workshop zu Urban Gardening und Permakultur. Hier lernten wir, wie nachhaltiger Anbau auch im kleinen Rahmen, zum Beispiel in der Stadt, funktionieren kann und welche Prinzipien hinter der Permakultur stehen.
Für das Abendessen bereiteten wir gemeinsam Kartoffelgratin sowie einen Chinakohl-Apfel-Salat zu. Nach dem Essen konnte man wieder frei wählen: Skillsharing, Sterne gucken oder gemeinsam Spiele spielen - für jede Stimmung war etwas dabei!
Tag 3
Der Mittwoch stand unter dem Motto „Planetary Health Diet“. Eine eigentlich geplante Wanderung mit Führung musste leider ausfallen, stattdessen nutzten wir die Zeit intensiv für inhaltliche Arbeit.
Zum Frühstück bereitete die Planungsgruppe einen leckeren und gesunden Protein-Beeren-Joghurt vor. Anschließend startete der Workshop zur Planetary Health Diet. Dabei ging es darum, welche Auswirkungen unsere Ernährung auf die Erde hat. Die Planetary Health Diet beschreibt eine Ernährungsweise mit einem deutlich höheren pflanzlichen Anteil, regionalen Lebensmitteln sowie einem sehr geringen Fleisch- und Zuckerkonsum. Eine solche Umstellung könnte einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten.
Nach dem Mittagessen folgte ein Workshop zu Landwirtschaft und Ernährung mit besonderem Fokus auf Massentierhaltung, Tierleid und globale Folgen unseres Konsums.
Schließlich kochten wir abends gemeinsam eine Kürbissuppe. Danach bestand die Möglichkeit, den Film „Interstellar“ zu schauen.
Tag 4
Am Donnerstag starteten wir nach dem Frühstück mit einem Workshop zu Nutzungskonflikten und Jagd. Wir beschäftigten uns mit Mensch-Wildtier-Konflikten in der Landwirtschaft, mit Nutztierübergriffen sowie mit der Frage, was passiert, wenn nicht eingegriffen wird. Außerdem diskutierten wir Pro- und Contra-Argumente zur Jagd und setzten uns mit dem Konzept einer tierschutzgerechten Jagd auseinander.
Nach dem Mittagessen folgte ein Workshop zum Thema Mikroplastik. In einem Experiment mit verschiedenen Wasserquellen stellten wir fest, dass in allen Proben (selbst im Leitungswasser!) Mikroplastik nachweisbar ist. Das machte deutlich, wie allgegenwärtig dieses Problem inzwischen ist.
Für unser letztes gemeinsames Abendessen kochten wir einen Gnocchi-Auflauf mit Feldsalat-Kichererbsen-Salat und bereiteten zum Nachtisch Schokopudding zu. Den Abend verbrachten wir entspannt mit Sterne gucken.
Tag 5
Am Freitag hieß es dann: anpacken! Zuerst wurden alle Zimmer gründlich sauber gemacht. Dann trafen wir uns zur Reflexionsrunde. Wir sprachen darüber, was wir aus der Woche mitnehmen, gaben Feedback und blickten auf kommende Projekte.
Zum Mittagessen gab es ein gemeinsames Resteessen der Woche, bevor der Spüldienst anstand. Dann wurde weiter aufgeräumt und geputzt, und schließlich traten wir die Abreise an.
Am Ende der Woche wurde deutlich, wie viel Organisation, Verantwortung und Gemeinschaft in einem Selbstversorgungs-Seminar steckt. Neben spannenden Workshops zu Ernährung, Landwirtschaft und Umweltfragen haben wir gelernt, wie bereichernd es ist, Aufgaben zu teilen und gemeinsam Lösungen zu finden. Außerdem konnten wir viele leckere Rezepte auf pflanzlicher Basis mit nach Hause nehmen!
Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Seminarbericht!