FÖJ: Seminarwoche 1 "Utopien, Zukunftswerkstatt und Walk & Talk"
20. September 2025

Foto: Lea Baumann
Unsere beiden Föjlerinnen Lea und Darja waren auf ihrer ersten Seminarfahrt. Utopien und Visionen waren dabei ebenso erwünscht wie konkrete Ziele und realisierbare Vorhaben. Der Bericht gibt Einblicke in eine spannende Woche voller Inspiration und Gemeinschaft.
Text: Lea Baumann
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
hier mit unserem ersten Seminarbericht möchten wir uns euch gerne vorstellen, also erst mal zu uns: Wir heißen Darja und Lea, sind 18 und 19 Jahre alt und haben für dieses Jahr die FÖJ Stelle hier am botanischen Garten ergattern können.
Vom 15. bis 19.09. durften wir auf unser erstes Seminar, in Lankau bei Mölln, gehen. Dort konnten wir uns mit allen mit FÖJis aus unserer Jahrgangsgruppe vernetzen, verquatschen und Freundschaften anfangen zu knüpfen. Außerdem gab es natürlich auf einige interessante Workshops und Themen mit welchen wir uns die Woche durch beschäftigt haben.
Tag 1
Die An- und Abreise per Boot war natürlich ein großes Spektakel, vor allem nachdem wir es als Gruppe irgendwie hinbekommen hatten, aus Versehen, einen von uns am Bootsableger zu vergessen... Glücklicherweise war er aber mit seinem Auto nach Mölln gereist und konnte deshalb auch bis Lankau mit seinem Auto weiterfahren (grad nochmal Glück gehabt).
Nach unserer Ankunft war der erste Tag sehr entspannt, gefüllt von Kennlernspielen und Teambuildingmaßnahmen. Um diesen ersten Tag gebührend ausklingen zu lassen, gab es abends dann noch Stockbrot am Lagerfeuer. Übrigens durften wir uns an verschiedenen Feuerstarter-Methoden ausprobieren. So versuchten wir vergeblich unser Feuer mithilfe vom sogenannten "Feuerbohren" zu starten. Als das nach einer Stunde voller Schweiß und Zuversicht trotzdem noch nicht klappen wollte, sprangen wir zum Magnesium-Feuerstarter über, womit das ganze innerhalb weniger Minuten getan war. Und wir konnten endlich unser Stockbrot, mehr oder weniger gebacken, genießen.
Tag 2
Foto: Lea Baumann
Der zweite Seminartag begann gleich am Morgen mit der sogenannten Meckerphase im Rahmen der Zukunftswerkstatt I. Hier war ausdrücklich erlaubt, mal so richtig Dampf abzulassen. Alles, was uns stört, nervt oder frustriert, wurde auf Karteikarten geschrieben und an Stellwände gepinnt. Es war erstaunlich, wie schnell die Arbeitsgruppen in Fahrt kamen und welche Bandbreite an Themen sich insgesamt sammelte. Manches war ernst, manches eher humorvoll – aber genau das machte die Phase lebendig. So hatten wir in kürzester Zeit zwei gesamte Stellwände voll Karteikarten.
Nachmittags wechselten wir dann in die Utopiephase (Zukunftswerkstatt II). Jetzt hieß es: Kopf frei machen und groß träumen. Wie sähe eigentlich unsere perfekte Welt aus? Welche Wünsche, Ideen und Visionen könnten daraus entstehen? In Kleingruppen entstanden dabei Collagen, die vor Kreativität nur so sprühten – von nachhaltigen Städten über grenzenlose Mobilität, über Solarstrom bis hin zu persönlichen Glücksvorstellungen.
Besonders nach dem kritisch geprägten Morgen, tat es wirklich gut, einmal bewusst ins Positive zu denken.
Am Abend wurde es dann gemütlicher: Gesellschaftsspiele standen auf dem Programm. Ob Kartenspiele oder Werwolf, die Stimmung war locker, es wurde viel gelacht, und der Tag klang spielerisch und entspannt aus.
Tag 3
Der Morgen stand ganz im Zeichen der Umsetzungsphase (Zukunftswerkstatt III). Nach Meckern und Träumen ging es nun darum, konkrete Lösungen zu entwickeln und ins Machbare zu übersetzen.
Am Nachmittag brainstormten wir unsere realen Projekte: entweder das persönliche FÖJ-Jahresprojekt oder gemeinsame Aktionstage in der eigenen Einsatzstelle. Wichtig war dabei, die Vorhaben nach dem Prinzip der SMARTen Ziele festzuhalten: also Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert.
Am Ende hatten wir maximal drei Ziele formuliert, die wir bis zum zweiten Seminar weiter konkretisieren wollen.
Abends ließen wir den Tag entspannt am Lagerfeuer ausklingen – mit selbstgemachtem Popcorn und einem kleinen Highlight: dem erneuten Ausprobieren des Feuerbohrens, was dieses Mal zwar trotzdem wieder fast eine Stunde dauerte, aber auch klappte.
Tag 4
Der vorletzte Tag startete mit einer Wanderung durch den angrenzenden Wald und das umliegende Gebiet.
Bei der Botanikführung lernten wir vieles über die Pflanzen- und Tierwelt vor Ort. Besonders interessant fanden wir die verschiedenen Frösche und Kröten: Manche reagieren bei Angst mit „Pinkeln“ und einige Männchen vertreiben durch ein helles Quietschen ihre Rivalen.
Nebenbei entdeckten wir unterschiedliche Bäume, Käfer und sogar Tierspuren, welche wir zusammen bestimmten. Ein kleines Spiel verdeutlichte zudem, welchen Einfluss der Mensch auf das Ökosystem hat.
Am Nachmittag stand dann die Wahl unserer Gruppensprecher*innen an, die wir gemeinsam und demokratisch durchführten.
Den Abend verbrachten wir in einem Party Pavillon mit Musik, Tanzen und guter Laune. Zum Abendessen wurde gegrillt und so ließen wir den Tag entspannt und fröhlich ausklingen.
Tag 5
Der letzte Seminartag begann recht praktisch: Am Morgen hieß es packen, zusammenräumen und die Räume noch einmal gründlich fegen.
Trotz der etwas müden Stimmung ging alles schnell von der Hand – vielleicht auch, weil alle schon ein bisschen im „Abreisemodus“ waren. Mittags folgte dann noch ein gemeinsames Walk & Talk. In Kleingruppen sprachen wir während eines Spaziergangs über verschiedene Fragen: Wie geht es uns gerade? Welche Gefühle nehmen wir mit? Und welche Ereignisse der letzten Woche haben uns besonders geprägt? Diese Gespräche boten einen ruhigen und persönlichen Abschluss, bevor es ans Abschiednehmen ging.
Zum Schluss wartete noch einmal ein Highlight: die Abreise per Boot. Mit Blick aufs Wasser und leichtem Wind im Gesicht verabschiedeten wir uns von einer intensiven, lehrreichen und erlebnisreichen Seminarwoche.
Zum Abschluss sei noch erwähnt, dass wir die ganze Woche über ausschließlich vegetarisch verpflegt wurden – abwechslungsreich, lecker und für einige von uns eine spannende Erfahrung. Insgesamt blicken wir auf intensive Tage voller neuer Eindrücke, Ideen und gemeinsamer Erlebnisse zurück.
Vielen Dank fürs Lesen – und bis zum nächsten Seminarbericht!