FÖJ: Seminar 2 - "Konsum und nachhaltige Lebensweise"
17. November 2025

Foto: BGHamburg/Baumann
Im Rahmen der zweiten Seminarfahrt des FÖJs ging es für unsere beiden FÖJlerinnen dieses Mal für eine Woche nach Lüneburg. Fünf Tage lang dreht sich alles um das Thema "Konsum und nachaltige Lebensweise", aber auch um Aspekte wie Psychische Gesundheut und Antidiskriminierung und Zivilcourage. Hier der Bericht.
Text: Lea Baumann
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
mit diesen Bericht möchten wir euch einen Einblick in unser zweites Seminar geben.
Vom 10. bis 14. November waren alle drei Seminargruppen des FÖJ Hamburgs gemeinsam in einer Jugendherberge in Lüneburg. Dieses Seminar war unser erstes selbstorganisiertes Seminar, also von FÖJis für FÖJis. Die Woche stand unter dem Motto „Konsum und nachhaltige Lebensweise“.
Tag 1
Am Montag starteten wir gemeinsam vom Hamburger Hauptbahnhof Richtung Lüneburg. Vor Ort gab es erstmal eine Begrüßung, Kennenlernspiele und natürlich die Zimmerverteilung, bei der wir uns unsere „Mitbewohnis“ frei wählen konnten.
Anschließend nutzten wir die Zeit in unseren jeweiligen Seminargruppen, um uns über den Stand unserer FÖJ-Projekte auszutauschen und erste Ziele für die Woche zu formulieren.
Der Abend bot dann direkt mehrere Möglichkeiten: Einige nahmen am Online-Jobtalk mit ehemaligen FÖJis teil und konnten Fragen zu Ausbildung, Studium und weiteren Wegen nach dem FÖJ stellen. Andere entschieden sich für einen gemütlichen Spieleabend oder saßen am Lagerfeuer zusammen. So klang der erste Tag entspannt und mit vielen neuen Gesichtern und Eindrücken aus.
Tag 2
Der Dienstag war unser großer Workshoptag, an dem vormittags und nachmittags drei Angebote parallel liefen.
Zur Auswahl standen „Wertschätzend und lösungsorientiert kommunizieren“, „Psychische Gesundheit“ und „Eine Gesellschaft der vielen – Antidiskriminierung und Zivilcourage“.
Da wir nur zwei der drei Workshops besuchen konnten, musste sich jede Person entscheiden, wo sie ihre Schwerpunkte setzen möchte.
Im Workshop „Psychische Gesundheit“ ging es um Grundlagen zu psychischen Erkrankungen, häufige Störungsbilder und darum, wo man Unterstützung finden kann. Gleichzeitig stand die Frage im Raum, was wir selbst tun können, um unsere seelische Gesundheit zu stärken.
Im Antidiskriminierungs-Workshop beschäftigten wir uns mit Diversität, Diskriminierungsformen und teilweise auch mit konkreten Handlungsmöglichkeiten für Zivilcourage im Alltag.
Im Kommunikationsworkshop probierten wir in Gesprächsübungen und Rollenspielen wertschätzende Kommunikation aus, schauten uns an, wie Konflikte entstehen und wie sie deeskaliert oder gelöst werden können – inklusive der Frage, was Feedback eigentlich ist und wie es hilfreich formuliert werden kann.
Am Abend hatten wir wieder die Qual der Wahl: Nachtwanderung mit Versteckspielen, ein Spieleabend mit Fokus auf nachhaltigen Themen oder eine Kreativwerkstatt, in der genäht und Textilien bemalt wurden.
So bekamen wir nach einem intensiven Tag den Kopf frei – sei es beim Laufen im Dunkeln, beim Diskutieren über faire Ressourcen in Brettspielen oder beim personalisieren der FÖJ-Beutel.

Tag 3
Der Mittwoch begann mit Exkursionen rund um Lüneburg.
Eine Gruppe war mit Jonas vom Commons Zentrum unterwegs und erkundete die Stadt: Bücherschrank, Fahrrad-, Textil- und Tonwerkstatt, Umsonstladen – überall ging es darum, wie gemeinschaftlich genutzte Ressourcen funktionieren können. Andere waren mit dem BUND Lüneburg am Kalkberg unterwegs und erfuhren mehr über Naturschutz vor Ort. Eine dritte Gruppe befasste sich mit nachhaltiger Städteplanung unter der Leitung von Frederik Landwehr und schaute darauf, wie Städte zukunftsfähig gestaltet werden können.
Nachmittags wechselten wir wieder in Workshopräume und vertieften ökologische Themen: In „Gesunde Böden für den Wasserkreislauf und hochwertige Lebensmittel“ ging es um die Bedeutung von Boden für Wasserhaushalt und Ernährung. Und auch ein wenig kontroversere Themen wie die Nutzung von Wünschelruten wurden angegangen.
Der Workshop „Cradle-to-cradle“ stellte kreislauffähige Produkte und Wirtschaftssysteme vor, während „Naturschutz auf See“ den Blick auf Meeresschutz und maritime Ökosysteme lenkte.
Am Abend standen Filmabend („Tomorrow“), Spieleabend oder eine offene Kreativwerkstatt mit Häkel-Schwerpunkt zur Wahl – je nach Energielevel und Laune.
Tag 4
Der Donnerstagvormittag brachte uns noch einmal an ganz unterschiedliche Lernorte. Einige bekamen bei einer Uniführung von Studierenden Einblicke in Campusleben und Studienmöglichkeiten. Andere streiften bei einer Walderlebnistour mit einer unserer Teamerinnen durch die Natur und lernten Pflanzen, Tiere und ökologische Zusammenhänge im Wald kennen.
Im Workshop von Christian Offer zu Papier und Regenwald wurde Papier recycelt und zu personalisierten Papieren verarbeite und globale Zusammenhänge zwischen unserem Papierkonsum und der Zerstörung von Regenwäldern verdeutlicht.
Am Nachmittag drehte sich vieles um Konsumkritik und globale Gerechtigkeit.
Im Workshop „Fast Fashion“ von Larissa Dietel sprachen wir über Produktionsbedingungen, Ressourcenverbrauch und Alternativen zur Wegwerfmode.
In den Planspielen „Planetary Health“ und „Fast Fashion: Reise einer Jeans“ schlüpften wir in verschiedene Rollen und erlebten, wie komplex die Verflechtungen zwischen Gesundheit, Klima und Weltwirtschaft sind.
Abends gab es wieder Lagerfeuer mit Stockbrot und Spiele – und mehrere Kleingruppen nutzten die Gelegenheit, eigenständig in die Lüneburger Altstadt und auf den Weihnachtsmarkt zu gehen.
Tag 5
Der Freitagvormittag wurde für Ergebnissicherung und Reflexion genutzt.
In den Seminargruppen schauten wir darauf, was wir aus der Woche mitnehmen, welche Themen uns besonders beschäftigt haben und wie wir das Gelernte in unsere FÖJ-Projekte übertragen können. Außerdem hielten wir fest, was wir bis zum nächsten Seminar in der FÖJ-Projektplanung konkret geschafft haben wollen.
Nachmittags gab es eine Feedbackrunde, unter anderem mit einem digitalen Tool, sowie das übliche Aufräumen und schließlich die gemeinsame Abreise.
Am Ende blieb das Gefühl, in kurzer Zeit sehr viel erlebt zu haben: intensive Gespräche, neue Inhalte, praktische Einblicke und jede Menge gemeinsamer Momente. Insgesamt können wir auf eine Seminarwoche zurückblicken, die uns fachlich, persönlich und als Gruppe ein gutes Stück weitergebracht hat.
Vielen Dank fürs Lesen – und bis zum nächsten Seminarbericht!