FÖJ: Seminarwoche 4 - Natur und Umwelt
27. April 2026

Foto: BGHamburg/Baumann
Vom 20. bis 24. April fand unser viertes FÖJ-Seminar in der Jugendherberge Horn statt. Die Woche war abwechslungsreich, informativ und bot uns viele spannende Einblicke in unterschiedliche Themenbereiche. Außerdem hatten wir genug Zeit, uns mit den anderen FÖJis auszutauschen und gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln.
Text: Darja Schäfer und Lea Baumann

Am Montag startete das Seminar um 10:30 Uhr mit einer Begrüßung aller Teilnehmenden. Anschließend bekamen wir einige wichtige Informationen von der BUKEA, unter anderem zum Thema Arbeitssuchendmeldung nach dem FÖJ. Danach wurden die verschiedenen Themengruppen und der Wochenplan vorgestellt. Die vier angebotenen Themengruppen waren Wildes Hamburg, Gesellschaft gestalten, Zeit für Zukunft sowie Klimakrise und mentale Gesundheit. Nach einem gemeinsamen Warm-up wählten wir unsere Gruppe und wurden auf die Zimmer verteilt. Darja und ich waren zusammen mit einigen anderen lieben FÖJis in einem Zimmer untergebracht. Nach einer Mittagspause startete am Nachmittag die erste Seminargruppenzeit. Um 16:00 Uhr ging es dann in den Themengruppen richtig los. Unsere Gruppe beschäftigte sich mit Natur und Umwelt. Zum Einstieg machten wir eine Wildkräuterwanderung durch den Park inmitten der Rennbahn. Aus den gesammelten Kräutern stellten wir anschließend Kräuterbutter her, die wir am Abend beim Grillen probierten. Das Abendprogramm bestand aus einem Spieleabend und einem Skill-Share-Abend, bei dem wir unter anderem lernten, wie man sich besonders schnell die Schuhe bindet, jongliert und aus alten Ordnern kleine Notizbücher bastelt.
Am Dienstag begann der Tag sehr früh mit einem ohrenbetäubenden Feueralarm, der uns aus unseren Träumen riss. Also wurde die gesamte Jugendherberge evakuiert und wir versammelten uns alle in Schlafanzug und mit Kuscheltieren im Arm auf dem Hof. Nur um dann in einem Gespräch zwischen den Handwerkern, Polizisten und der Feuerwehr herauszufinden, dass die Handwerker zu schnell nach dem Rauchen wieder reinkamen und damit den Alarm auslösten... Also hatten wir jetzt die Wahl, wach waren wir eh schon, Frühstück oder nochmal ins Bett? Wir gingen zum Frühstück und das freiwillige Joggingangebot fiel weg.
Danach starteten wir mit einem Warm-up in die Themengruppe. Um 9:30 Uhr nahmen wir an einem Imkerworkshop mit einem Berufsimker teil. Dort erfuhren wir viel über das Verhalten von Bienen und über ihre Bedeutung für die Natur. Besonders interessant war die Erkenntnis, dass kleine Wildblumenstreifen an einem großen Rapsfeld für Wildbienen oft nicht ausreichen und dass ein kreisförmiger Streifen sinnvoller sein kann. Außerdem lernten wir, dass Honigbienen meist nur in einem begrenzten Radius fliegen und nach der Rapsblüte nicht zu lange an einem Feld bleiben sollten, da sie sonst den Wildbienen Nahrung wegnehmen könnten. Am Nachmittag besuchten wir einen Workshop zum Thema Naturschutz im Industriehafen. Dabei ging es darum, wie Naturschutz dort umgesetzt werden kann und welche Konflikte es mit Unternehmen gibt. Am Abend stellten wir seed bombs her, die wir sogar mit nach Hause nehmen durften.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der BUKEA-Workshops. Nach dem morgendlichen Warm-up konnten wir zwischen mehreren Angeboten wählen. Wir entschieden uns zunächst für den Argumentationsworkshop gegen Rechtsextremismus mit Schwerpunkt auf Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Der Workshop war sehr spannend und zeigte uns, wie leicht Begriffe in rechtsextreme Zusammenhänge gebracht werden können. Außerdem lernten wir den historischen Hintergrund von Begriffen wie Naturschutz und Umweltschutz kennen und zuletzt gab es natürlich auch noch viele Fallbeispiele, an denen wir unsere Argumentation gegen Rechtsextreme Personen perfektionieren konnten.
Am Nachmittag wechselten wir dann in den zweiten Workshop zu Finanzen und Versicherungen für junge Erwachsene. Dort wurde vor allem erklärt, wie man sich arbeitssuchend meldet und wie man die Zeit zwischen FÖJ und Studium gut überbrücken kann. Am Abend gab es einen Filmabend sowie eine Kreativwerkstatt, in der man basteln, malen oder nähen konnte.
Am Donnerstag begann der Tag wieder mit Frühstück und einem Warm-up. In der Themengruppe ging es anschließend auf eine Paddelexkursion nach Wilhelmsburg in den Inselpark. Dort waren wir in Viererbooten unterwegs und fischten gleichzeitig Müll aus dem Wasser. Am Ende wurde der gesammelte Müll gewogen, und wir kamen insgesamt auf 18,5 Kilogramm. Das war sehr beeindruckend und zeigte uns, wie viel Abfall sich in Gewässern ansammelt. Am Nachmittag nutzten wir die Zeit für ein Wochenfeedback und die Planung unserer Abschlusspräsentation.
Am Freitag hieß es dann aufräumen, packen und Zimmern sauber machen. Nach einem Warm-up im gesamten Jahrgang stellten wir unsere Ergebnisse vor und erfuhren, was die anderen Themengruppen in der Woche gemacht hatten. Danach gab es noch eine Sprechzeit, in der wir die anderen FÖJis über unsere neuen Pläne informierten und darüber, dass wir mit der BUKEA einen Kompromiss gefunden hatten, wie wir uns als FÖJ auf Demos zeigen können, ohne mit der Presseabteilung in Konflikt zu geraten. Als besonderes Zeichen erhielten wir feierlich die alten FÖJ-Flaggen, die wir nun auf Demos benutzen dürfen. Nach dem Mittagessen folgte noch eine letzte Feedbackrunde, und die BUKEA erinnerte uns erneut daran, dass wir uns spätestens in der darauffolgenden Woche arbeitssuchend melden müssen. Danach reisten alle wieder nach Hause.
Insgesamt war das vierte FÖJ-Seminar eine sehr interessante und lehrreiche Woche. Wir haben nicht nur viel über Natur, Umwelt, Bienen, Naturschutz und gesellschaftliche Themen gelernt, sondern auch viele neue Eindrücke und Erfahrungen mitgenommen. Besonders schön war der Austausch mit den anderen FÖJis und die abwechslungsreiche Mischung aus Workshops, Gruppenarbeit und gemeinsamen Aktivitäten.
Liebe Grüße
Darja und Lea